Behindertengerechter Umbau

Wer wegen einer Behinderung gezwungen ist, seine Wohnung entsprechend umzubauen, kann die Gesamtkosten bei der Einkommensteuererklärung in voller Höhe geltend machen. Dazu gehören auch Umbaukosten, die nur als Folge einer behindertengerechten Ausstattung entstehen. Das bekräftigte ein Urteil des Finanzgerichts Baden-Würtemberg (Az. 1 K 3301/12). Im entschiedenen Fall wollte eine Steuerzahlerin die Kosten, die durch den behindertengerechten Umbau der Dusche bedingt waren, steuerlich geltend machen. Für den Umbau mussten die alte Dusche ausgebaut, neue Fliesen angebracht und eine neue Kabinentür und neue Armaturen angeschafft werden.

Das Finanzamt berücksichtigte zunächst nur jene Ausgaben als außergewöhnliche Belastung, die konkret für die behindertengerechte Ausstattung notwendig waren. Das waren nur die Kosten für die rollstuhlbefahrbare Dusche einschließlich der Anschlußteile und Fliesen für das Duschelement. Allerdings mussten durch den Ausbau der Duschwanne auch andere Wände des Bads neu verfliest werden. Das Finanzgericht gab der Klägerin Recht. Im Falle eines krankheitsbedingten Umbaus sind die Gesamtkosten als außergewönliche Belastungen abziehbar. Eine Aufteilung der Baumaßnahme in einzelne Aufwandsposten, wie vom Finanzamt vorgenommen, ist hingegen nicht zulässig.

24.01.2016

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